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Von süssen Versuchungen, Hügeln und Kurven, Gastfreundschaft, hochprozentigen Geheimnissen, gelebter Tradition und gepflegtem Brauchtum

Voller Vorfreude startete das Räbbärg-Chörli die diesjährige Vereinsreise mit einem echten Highlight für alle Schleckmäuler: Unser erster Halt legten wir bei der Firma Kägi in Lichtensteig ein. Der süsse Duft von frischen Waffeln und Kaffee lag in der Luft. Nach diesem kurzen Zwischenstopp, bei dem natürlich bereits ein erstes Jodellied erklang, ging die Fahrt gut gelaunt und mit süssem Proviant im Gepäck weiter - hinein ins kurvig hüglige Appenzellerland. 

Für den Zmittaghalt steuerten wir das Gasthaus Leimensteig an, wo uns Lydia bereits voller Freude erwartete. «Sönd wöllkomm»! In gemütlicher Atmosphäre genossen wir ein feines Plättli und das gesellige Beisammensein. Die wunderschöne Aussicht auf die sanfte Appenzeller Hügellandschaft bis zum Säntis stimmte uns perfekt auf die kommenden Stunden ein. Langsam gewöhnten wir uns auch an den Dialekt – konsontantenarm und mit ganz viel ööö… man höre und staune und versucht zu verstehen…

Frisch gestärkt ging es wieder hinunter nach Appenzell, wo Kultur und Tradition auf uns warteten. Bei einer humorvollen und interessanten Führung durch die Appenzeller Alpenbitter AG durften wir einen Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen und erfuhren (fast) alles über die geheime Mischung aus 42 Kräutern, die diesen traditionsreichen Geist prägen. Das genaue Rezept bleibt aber ein gut gehütetes Familiengeheimnis. Die anschliessende Degustation durfte natürlich nicht fehlen. Zum Dank es Jützi… na logisch!

Es blieb nun noch etwas Zeit, Appenzell zu erkunden. Beim gemütlichen Schlendern durch die Gassen mit den charakteristischen, bunt bemalten Holzhäusern liessen wir den Charme des Dorfes auf uns wirken. Ein rundum gelungener Auftakt unserer Chörlireise. Hier und dort ein Jutz und ein Liedli – sogar Hausi Leutenegger liess sich ein Schwäzchen und ein Fotoshooting mit uns nicht entgehen.

Nun zog es uns weiter ins malerische Toggenburg. Im Gasthof Löwen im Hemberg wird Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Tradition richtig grossgeschrieben. Bethli und ihr Team hiessen uns herzlich willkommen. Nach dem Einchecken und Zimmerbezug stand bereits ein nächstes Highlight an. Auf dem Programm stand «Trainingsstunde»… was damit wohl gemeint ist? Es wurde gerätselt und studiert… 

Als zwei Damen in ihren wunderbaren Toggenburger Trachten vor uns standen, waren wohl einige erstmal erleichtert, dass es nicht all zu sportlich werden würde. Doch erst hiess es mal abwarten... 

Nun tauchten wir tief in die hiesige DNA ein: Naturjodelerlebnis mit Talerschwingen standen auf dem Programm.  Annemarie Baumann und Hanny Roth legten uns mit ihrem musikalischen Können etwas aus ihrer Toggenburger-Tradition in die Herzen. Schon bald ertönten nun auch in unseren Reihen die wunderbaren Klänge dieses einzigartigen Naturjodels. So kamen wir den musikalischen Wurzeln der Region ganz nah. Das Talerschwingen glich dann wohl doch eher einer Turnstunde, denn es verlangte viel Koordination, Konzentration und Muskelkraft und liegt wohl definitiv nicht in unseren Genen. Was nämlich bei den Profis wie Meditation aussah, ähnelte in unseren Reihen eher einer Waschmaschine im Schleudergang mit Unwucht. Aber es hat enorm Spass gemacht.

Der Abend wurde legendär. Nach einem grossartigen Nachtessen voller echter Gastfreundlichkeit und dem legendären Schlorzifladen stolperten wir mitten in eine Versammlung der Landfrauen St. Peterszell. Was macht man da? Natürlich eine spontane Unterhaltung anzetteln.

Unser Gesang und die teils neu inszenierten (ob gewollt oder ungewollt) Showeinlagen überraschten uns teilweise grad selbst. Bauchmuskel und Zwerchfell wurden stark beansprucht, nicht nur jene der Zuhörenden. Es war ein Riesengaudi! 

Nach einer Nacht - ob kurz, lang, erholsam oder eher streng - begannen wir den Morgen gemächlich. Ob das stündliche Glockengeläut des nahen Kirchturms oder nun doch der Appenzeller schuld war, bleibt für einmal unser Geheimnis.

Das feine Bäckerzmorgen im Café Hörnli nebenan lieferte uns Energie für das heutige Programm. Es ging nämlich hoch hinaus. Im Baumwipfelpfad Neckertal bei Mogelsberg spazierten wir durch die Baumkronen und liessen uns vom Wipfelranger auf dem 500 Meter langen Pfad überraschende Anekdoten, kuriose Fakten über die Waldbewohner und spannende Geschichten zum Bau erzählen.

Schliesslich hiess es Abschied nehmen vom schönen Toggenburg. Die Weiterfahrt führte uns aus den St. Galler Hügeln heraus und hinein ins schöne Zugerland. Als krönenden Abschluss der Reise steuerten wir den Gubel in Menzingen an. Bei feinem Essen und einem fantastischen Ausblick liessen wir diesen rundum gelungen Ausflug gebührend ausklingen. 

WiY